2025-11-08 Blogpost #053 Jassy

Buddyboating in Dänemark

Mit Freunden aus unserem Segelverein verbringen wir zusammen eine abwechslungsreiche Woche. Von Mårup auf Samsø geht es nach Bøgense auf Fünen (ca. 29 sm). Von dort aus fahren wir weiter nach Skærbæk (ca. 25 sm), um im Anschluss daran vor der Insel Bågø zu ankern (ca. 17 sm). Der letzte gemeinsame Stopp ist ganz spontan die Küste vor Dyvig, wo wir ebenfalls den Anker fallen lassen (ca. 15 sm).

Tunø ist voll und so landen wir in Marup. Nachdem wir die Boote festgemacht haben, gibt es ersteinmal ein großes Hallo auf dem Steg. Die beiden Mädels (4 und 8 Jahre alt) freuen sich sehr auf Jill und auch wir freuen uns mal wieder bekannte Gesichter zu sehen. Jill fremdelt zu anfangs etwas und klammert sich ausnahmsweise mal fest an die Mama aber das legt sich schnell. Nach einem kurzen Rundgang durch den Hafen beschließen wir, das Wetter zu nutzen und einen Badetag einzulegen. Wir haben uns die besten Plätze im Hafen ausgesucht, direkt vor Kopf an der Einfahrt mit Blick in die Bucht. Direkt vom Boot geht es ins Wasser, wir fahren mit den SUPs und testen die Dinghis. Wir haben beide Elektroaussenborder (Torqeedo und Epropulsion) aber den Hauptunterschied macht der Druckluftboden an unserem Dinghy, das sich dadurch viel besser steuern lässt. Auch die Mädels dürfen mal Dinghy fahren und haben eine lustige Zeit. Unser Längsliegeplatz ist dafür wirklich ideal. Abends wollen wir am Strand grillen, dafür hatten wir bereits in Ballen abends noch schnell eingekauft. Dafür können wir die vorhandenen Grills und Tische nutzen. Der nächste Tag ist für uns besonders, denn Jill wird heute ein Jahr alt! Nach kurzer Rücksprache mit den anderen beschließen wir, mit dem Gratisbus nach Tranebjerg zu fahren. Der Bus fährt nur noch heute, dann ist die Saison auf Samsø scheinbar vorbei. Das wollen wir auf jeden Fall nutzen, um ein wenig von der Insel zu sehen. Die Fahrt dauert recht lang und Jill wird leider sehr quengelig, aber was wir sehen macht Lust auf mehr. Im Ort selbst gehen wir ein wenig shoppen und etwas essen, dann geht es auch wieder zurück. Dort angekommen gehen wir nochmal alle baden, bevor wir den Abend mit einer kleinen Geburtstagsfeier und Kuchen ausklingen lassen. Als es dunkel ist und die Kids im Bett sind, sitzen wir noch gemütlich beisammen und gucken Sternschnuppen. Ein toller Tag!

Am nächsten Tag ist eine kleine Wanderung entlang der Küste geplant. Es ist windig und bewölkt, aber wir bleiben trocken. Vorbei geht es auf teils steinigem Untergrund an Steilküste und Wiesen, Kühen und Büschen. Auf jeden Fall ein eher abenteuerlicher Weg. Zum Schluss gibt es noch ein Eis im Hafen. Auch Baden und SUP-Fahren stehen wieder auf dem Programm. Abends essen wir gemeinsam und Jill tobt sich mit den Mädels aus. Wir beschließen, auch den kommenden Tag noch hier zu bleiben. Das Wetter ist wieder bescheiden, aber ich ziehe meinen Neoprenanzug an und mache eine längere Tour auf dem SUP. Die Wasserfarbe ist wirklich toll, selbst bei Nieselregen. Auch ankern wäre hier eine gute Option gewesen. Abends haben wir eigentlich auf gutes Wetter gehofft, um ein Lagerfeuer machen zu können, aber es soll nicht sein. Am nächsten Morgen brechen wir gemeinsam auf, um nach Bøgense zu fahren. Die Crew der Marte Meo legt vor uns ab aber wir holen auf. Bei leichtem Wind ist unser GFK Schiff mit neuen Segeln und vor allem großer Segelfläche dem 2 Meter längeren Stahlschiff deutlich überlegen. Während wir um das Stahlschiff segeln können wir gegenseitig einige tolle Bilder machen. Die Tour macht uns Spaß, Wind und Welle sind human und die Distanz ist vergleichsweise kurz. So kommen wir entspannt an und reservieren unseren Freunden direkt einen geeigneten Platz im Hafen. Unsere Freunde hatten leider weniger Glück, für das schwere Schiff war der Wind zu schwach, sodass die Welle unangenehm war und die Kleine musste sich übergeben. So war es für deren Crew eine eher bescheidene Überfahrt. In Bøgense verbringen wir zwei Nächte, gucken uns die Stadt an, gehen baden, grillen und shoppen. Der Hafen ist zwar riesig, wirkt aber dennoch einladend und hat viele schöne Sitz- und Grillecken, Geschäfte und Badestellen. Hier ließe es sich auch länger aushalten. Von Bøgense aus fahren wir weiter nach Skærbæk. Auf der Strecke müssen wir leider wieder gegen den Strom ankämpfen und zusätzlich kreuzen. Das macht wenig Spaß. Dieses Mal fahren auch einige dänische Marineschiffe an uns vorbei. Eines schießt sogar, sodass wir die Rauchfahne sehen können. Schon ein wenig gruselig. Ein Beiboot der Marine kommt zu uns gefahren und bittet darum, genügend Abstand zu lassen und nicht in deren Route zu kreuzen. Da wir segeln, müssten uns die großen Motorschiffe eigentlich ausweichen, aber selbstverständlich machen wir Platz, auch wenn wir dann ebenfalls motoren müssen. Wir passieren auch wieder die kleine Beltbrücke sowie die Eisenbahnbrücke und schaffen es gerade so gegen Wind und Strömung (4 kn) zu motoren. Und auch Schweinswale lassen sich wieder blicken. Inzwischen segeln wir wieder, aber zum Ende hin wird es immer windiger, diesesmal hatte die Marte Meo mit dem Dieselantrieb die angenehmere Überfahrt. In Skærbæk finden beide Boote einen geeigneten Liegeplatz. Wir waren anfangs skeptisch, da viele Segler diesen Hafen aufgrund seiner Nähe zu einem Kraftwerk meiden und lieber nach Middelfart fahren. Wir finden diesen Vereinshafen jedoch richtig süß, mit einem tollen Vereinsheim samt Aufenthaltsraum und Spielplatz. Wir holen uns Pizza und spielen im Anschluss drinnen noch Uno, da es dann doch recht frisch wird.

Bei schönstem Wetter fahren wir am nächsten Tag weiter nach Bågø. Dort ankern wir direkt neben dem Hafen und zwar nebeneinander. Das ist Premiere für uns. Konkret sieht das so aus, dass das andere Boot seinen Anker geworfen hat und wir einfach längs an ihnen fest machen. So können wir einfach übersteigen und brauchen nicht das Dinghi zu benutzen. Der Wind hat inzwischen ziemlich zugenommen und tatsächlich müssen wir das Ankermanöver im Päckchen nochmals wiederholen, doch auch das klappt prima und Felix platziert den Anker der Marte Meo direkt auf einem größeren Sandfleck. Trotz auffrischendem Wind baden wir noch eine Runde und versammeln uns dann zum Essen im Nachbarboot. Zur Nacht wird der Wind merklich stärker, doch der Anker hält. Eine spannende Bewährungsprobe, zumal wir ja in Schweden auch so viele negative Erfahrungen gemacht hatten. Am nächsten Morgen gibt es ein gemütliches Frühstück, denn heute ist Felix Geburtstag. Bei strahlendem Sonnenschein und Windstille genießen wir einfach das Vor-Anker-Sein. Gegen Mittag besprechen wir uns noch mal mit den anderen, wie es für uns weitergeht. Die See ist inzwischen spiegelglatt und es weht kein Lüftchen mehr. Daher möchten wir noch eine Nacht hier bleiben (unsere Motorreichweite ist schließlich begrenzt), die anderen nach Dyvig in den Hafen. Allerdings hätten wir auch alle noch Lust auf ein Lagerfeuer am Strand. Kurzerhand beschließen wir einen neuen Plan. Wir fahren zusammen bis kurz vor Dyvig, um dort zu ankern und endlich das Lagerfeuer zu machen. Da es komplett windstill ist, wollen wir versuchen, aneinandergebunden im Päckchen bis Dyvig zu motoren. Wir allein würden die 15 sm allein mit dem Elektromotor zwar schaffen aber dann am nächsten Tag nicht weiter kommen. Nachdem der Anker gelichtet ist, geht es los. Und tatsächlich, es klappt wunderbar. Wir können während der Fahrt sogar von Schiff zu Schiff gehen. Die Atmosphäre auf dem Wasser ist ganz magisch. Kaum ein anderes Boot ist zu sehen, die See ist spiegelglatt und die Sonne ist langsam am Untergehen. Als wir uns ein geeignetes Plätzchen zum Ankern gesucht haben, geht die Sonne gerade unter. Beide Boote nebeneinander, ein schönes Bild! Nun schnell in die Dinghis und ab ans Ufer. Dort ist ein schmaler Kiesstreifen, den wir für das Feuer nutzen. Ich bleibe mit Jill im Beiboot, damit sie auf alle Fälle trocken bleibt. Mit bunten Knicklichtern und Marshmallows machen wir es uns schön. Zurück am Boot bringen wir die Kinder ins Bett und sitzen anschließend noch mit Chips und Rum bei uns im Cockpit, um Sternschnuppen zu gucken. Was für ein herrlicher (Geburts-) Tag und Abschluss unserer gemeinsamen Tour.

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